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Terrarienbau

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1. Benötigte Materialien
Holz:
Selbverständlich gibt es auch bei der Materialauswahl keine Musterlösung. Auf jeden Fall braucht Ihr Material für Boden, Decke und Wände, vorzugsweise Holz. Bewährt haben sich hier OSB-Verlegeplatten, wie sie auch bspw. beim Ausbau von Dachgeschossen, Verlegen von Böden etc. verwendet werden. Auch geeignet sind Platten aus Rohspan, da das Holz bei einem Trockenterrarium / Wüstenterrarium ja nicht zwangsläufig wasserfest sein muss. Das Holz sollte jedoch nicht zu dünn gewählt werden, da es sich ansonsten durchbiegen und evtl. die Herausnahme der Glasfront erschweren könnte. Dies bringt uns zu unserem nächsten Punkt:
Glas:
Mindestens eine Wand des Terras muss aus Glas bestehen, bewährt haben sich hier zwei Glasscheiben, die hintereinander auf Glasführungsschienen (überall im Fachhandel oder im Internet erhältlich) angeordnet sind. Diese sollten an der Vorderseite des Terrariums angebracht werden und sich im geschlossenen Zustand mittig um 10 - 20 cm überlappen (siehe Fotos unter "Unsere Terrarien").
Bartagamen finden sich in der freien Natur eher am Ende der Nahrungskette wieder; ihnen steht im Ernstfall nur die Flucht oder das Querstellen als Abschreckungsmaßnahme zur Verfügung. Wenn das Terra also nur eine Glasfront besitzt, müssen die Tiere auch nur in dieser Richtung wachsam sein; daher ist es empfehlenswert, nur eine Seite des Terras zu verglasen.
Einrichtung:
Viele Terras sind nur mit Sand, ein paar Ästen und evtl. noch eine Höhle als Rückzugsmöglichkeit eingerichtet.
Dies ist unter Umständen nicht nur den Tieren zu wenig, sondern sieht auch nicht sonderlich gut aus. Um einen wahren Blickfang zu konstruieren, bedarf es ein wenig mehr: wenigstens zwei Versteckmöglichkeiten (die Tiere werden meist ja auch nicht alleine gehalten...), eine naturgetreue Kletterwand, mehrere Ebenen sowie Sonnenplätze sollten schon eingerichtet werden.
Hierfür eignen sich bspw. Äste, Steine (auch Höhlen können aus Steinen zusammengesetzt werden), Rinden (oft sind Rinden auch gebogen und können somit als Liege- und Versteckmöglichkeit dienen), Futtertröge und Tränken, Pflanzen etc.). Wir haben die Einrichtung unserer Terras jedoch komplett aus Styropor gefertigt, da Styropor leicht zuzuschneiden ist und das Modellieren damit deutlich leichter von der Hand geht.
Natürlich muss das Styropor noch versiegelt werden, dazu aber später mehr.
Sonstiges
Das Nötigste haben wir jetzt schon, fehlt also nur noch Kleinkram (hier am Beispiel eines Terras aus Styropor):
- Sand
- verschiedene Pinsel
- Holzleim
- Teppichmesser (oder ein anderes scharfes Messer)
- Styropor und Styroporkleber
- Fliesenkleber (am besten eignet sich Flexkleber)
- evtl. Farben
- Klarlack (unbedingt lösemittelfrei!!!)
- Keramikhalterungen (E27-Fassungen sind Standard)
- Kabel (1,5 mm- Durchmesser ist ausreichend)
2. Der Terrarienbau
Wenn alle Materialien besorgt sind, kann´s losgehen:


Zunächst müssen die Holzwände mit Holzleim zusammengeklebt werden, allerdings erst nachdem Löcher für die Lüftungsschlitze und evtl. für die Stromversorgung herausgesägt wurden (wir haben bei unseren Terras eine Steckdose mit eingebaut).
Zur Erleichterung der Arbeit empfiehlt es sich, zunächst die Decke wegzulassen, um so leichter an die hintere Wand des Terras zu kommen.
Aus Stabilitätsgründen können die Rück- und Seitenwände auch mit Winkeln (erhältlich in jedem Baumarkt) zusammengeschraubt werden; da später sowieso der Sand drauf kommt, sind diese nicht mehr sichtbar.
Das Aufkleben der Hinter- und Seitenwände auf den Boden ist zunächst genug. Jetzt kann mit der Inneneinrichtung begonnen werden; so ist jeder Winkel noch gut zu erreichen
Als nächsten Schritt widmen wir uns der Inneneinrichtung. Jetzt können Rückwände aus verschiedensten Materialien angebracht werden. Da Bartagamen durchaus gerne klettern, sollte man bei der Materialauswahl darauf achten, dass dies auch zum Klettern geeignet ist.
Hierfür eignen sich bspw. Korkwände (erhältlich in jedem gut sortierten Terrarienshop) oder, wie in unserem Fall, aus Styropor selbst modellierte Wände. Diese Variante ist jedoch zeitaufwändiger, macht jedoch einen Riesenspaß, da der Fantasie eben keine Grenzen gesetzt sind. So gestaltet man nach Herzenslust die Wände, Sonnenplätze, Brücken, Klettermöglichkeiten usw.
Spätestens jetzt sollte schon klar sein, wie die künftige Stromversorgung für das Terra funktionieren soll, da man nun optimal alle Kabel hinter Schächten verschwinden lassen kann; ein weiterer Vorteil, das Terra aus Styropor zu basteln...
Ist das gesamte Terra nun mit Styropor verkleidet, kann mit der Versiegelung begonnen werden. Hierfür eignet sich insbesondere Flexkleber (ebenfalls erhältlich in jedem Baumarkt), da er elastischer ist als Fliesenkleber und sich dadurch nicht so schnell Risse bilden. Gemischt mit Wasser wird dieser nun mit einem Pinsel o.ä. aufgetragen.
Dieser Vorgang sollte unbedingt mehrmals erfolgen, da nach einmaligem Auftragen die Flexkleberschicht so dünn ist, dass sie von den scharfen Krallen der späteren Bewohner einfach aufgerissen werden und das Styropor zum Vorschein kommt. Wir empfehlen, mindestens 3 Lagen aufzutragen, je mehr desto besser natürlich. Je nach Belieben kann in den Flexkleber auch Farbe eingemischt werden, muss aber nicht.
Sind die Flexkleberschichten aufgetragen, steht man vor der nächsten Entscheidung: wie versiegele ich die Flexkleberschicht? Auch hier gibt es mehrere Möglichkeiten. Man kann bspw. das Terra mit Farbe anstreichen (Felsformationen, Grünflächen, Steppenlandschaft- lasst Eure Fantasie spielen) und anschließend mit lösemittelfreiem Klarlack versiegeln. Diese Variante hat einen entscheidenden Nachteil: an den Wänden lässt sich sehr schlecht bis gar nicht mehr klettern, da sowohl Farbe als auch der Klarlack die raue Flexkleberschicht so sehr glätten, dass die Bartagamen mit ihren Krallen keinen Halt mehr darin finden; dafür ist ein so gestaltetes Terra sehr einfach zu säubern, da sich diese glatten Flächen wunderbar abwaschen lassen.
Eine zweite Möglichkeit wäre, die letzte Flexkleberschicht mit einem Holzleim-Wasser-Gemisch zu überstreichen und anschließend mit Sand zu bewerfen (siehe Bild). Diese Variante bietet den Vorteil, dass alle Flächen wunderbar zum Klettern geeignet sind; Eure Tiere werden vermutlich sogar die eine oder andere Nacht hängend an der Wand verbringen. Der Nachteil dabei ist: sollten Eure Tiere ihr Geschäftchen auch mal woanders als nur im Sand machen, gibt´s Probleme mit der Reinigung, da die Oberfläche durch den Sand nicht nur sehr rau, sondern auch schwer zu reinigen sein wird...
Umgehen kann man dieses Problem, indem man mehrere Schichten lösemittelfreien Klarlack aufbringt, wodurch die Flächen immer noch rau genug zum Klettern, gleichzeitig aber auch leichter zu reinigen sind.
Hier wurden sämtliche Flächen mit einer Mischung aus weißem Sand (in jedem gut sortierten Zoofachgeschäft erhältlich) und dunklerem Sand beworfen
Hierbei muss der Sand kein spezieller Terrariensand sein; die günstigste Variante ist immer noch der in jedem Baumarkt erhältliche, handelsübliche Spielsand.
Beim Bewerfen (oder Bestreuen) der Flächen sollte jedoch darauf geachtet werden, dass immer nur kleine Flächen mit der Wasser-Holzleim-Mischung bepinselt und anschließend sofort beworfen werden, da die Mischung sehr schnell trocknet, wodurch natürlich kein Sand mehr kleben bleiben kann!
Nun können alle Flächen mit Klarlack versiegelt werden.
In einem abschließenden Schritt kommt nun die Terrariendecke drauf. Am Besten vorher noch mit Grundierung, Farbe (wir haben weiß genommen, das lässt das Terra noch heller wirken) und Klarlack anstreichen. Solange die Terrariendecke noch nicht aufgeklebt ist, gestaltet sich das Anstreichen nämlich leichter....
Den Terrarienboden solltet Ihr auch anstreichen; zum Einen sieht´s besser aus und zum Anderen gelangt halt doch mal der eine oder andere Wassertropfen (durch Wasserschüsseln o.ä.) auf den Boden. Um zu verhindern, dass insbesondere bei Rohspanplatten das Wasser auf Dauer den Rohspan aufwölbt, sollte dieser wenigstens mit einem wasserfesten und lösemittelfreien Lack angestrichen werden.
Falls Ihr ohne doppelten Boden arbeitet, müsst ihr jetzt noch einen geeigneten Platz für die Elektrik finden (Vorschaltgeräte, Fassungen etc.). Ihr solltet unbedingt Keramikfassungen verwenden, da die Lichter meist sehr heiß werden, insbesondere Wärmelampen und spezielle Lampen wie HQL-Leuchten. Keramik leitet die Wärme schlecht und ist somit optimal geeignet zum Einbau in Terras.
An der Vorderseite können nun die Glasscheiben eingesetzt werden. Die üblichste Methode ist das Einsetzen der Scheiben in Glasführungsprofile (in jedem gut sortierten Zoofachhandel erhältlich). Vorsicht: die Glasführungsprofile bestehen aus zwei unterschiedlich hohen Schienen! So lassen sich die Glasscheiben später auch problemlos wieder entfernen.
Nun könnt ihr entweder Zeitschaltgeräte einfach zwischen-stecken oder fest einbauen (Einbau-Zeitschaltuhren).
Als letzter Schritt fehlt nur noch der Außenlack. Viele Bastler (insbesondere diejenigen, die mit OSB-Verlegeplatten anstatt mit Rohspan gearbeitet haben) lassen das Terra von außen einfach unbehandelt. Gut geeignet ist natürlich auch Sprühlack in allen Varianten (auch Granitlook o.ä.); dies ist allerdings auch ziemlich teuer, da bei solchen Flächen 3-5 Flaschen Lack nicht ausreichend.

Bilder zum Thema Terrarienbau

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